Schaefchn
<3-lich Willkommen

Eigentlich habe ich nichts zu erzählen. Eigentlich bin ich nur ein vollkommen normales, durchschnittliches, alles andere als außergewöhnliches Mädchen.

Aber eigentlich auch nicht. Denn was ist schon normal? Da jeder Mensch anders ist und keine zwei sich genau gleichen, kann man auch nicht behaupten, dass normal das ist, was alles anderen sind.
Und selbst, wenn es etwas gebe, was man als normal oder durchschnittlich bezeichnen könnte - das absolute Mittelmaß sozusagen - dann wäre die Frage, ob es wirklich erstrebenswert ist, so zu sein?

Das, was diesen Blog bald füllen wird, sind meine alltagsphilosophischen Gedanken, nicht mehr und nicht weniger. Ich schreibe für niemanden und für jeden, denn ich möchte in eine Welt entführen, in der es kein normal gibt...

15.10.07 22:22


Sag du mir, wer ich bin...

Wie oft im Leben sind mir schon diverse Ausführungen von Fragebögen untergekommen. Wie heißt du, wie alt bist du, wo wohnst du... All diese Fragen, deren Beantwortung ohne Nachdenken geschieht.

Es gibt allerdings auch andere Fragen und manche davon lassen einen lange Zeit nicht los. Was glaubst du, welche dieser "Eigenschaften" am meisten über dich aussagt? Und dann werden so einige Dinge aufgezählt. Deine Tätigkeit als Schüler, dein Alter, deine Nationalität, deine Religion und vieles mehr.

Ich bin Schülerin, ja. Wenn ich dir das verrate, kennst du dann meinen Charakter? Es besagt, dass ich etwa zwischen 6 und 20 Jahre alt bin und wahrscheinlich den Großteil eines jeden Tages in einem stickigen Gebäude verbringe, um mich belehren zu lassen.

Ich bin 17. Jugendliche. Noch nicht volljährig, in der Zwischenphase von Kind und Erwachsenem. Aber was sagt das über mich aus? Vielleicht mache ich gerade meinen Führerschein, vielleicht gehe ich zur Schule, vielleicht arbeite ich. Womöglich geh ich auf Parties, nehme Drogen und bin mehrmals im Vorstrafenregister verzeichnet. Wahrscheinlich bin ich widerspenstig und rebelliere gegen meine Eltern und meine Umwelt.

Ich bin Deutsche. Es ist also anzunehmen, dass ich helle Haut habe. Doch habe ich auch blaue Augen und aschblonde Haare, trage ich Lederhosen und trinke zu viel Bier? Bin ich womöglich ausländerfeindlich, ein Nazi sogar oder versinke ich im Boden vor Scham über die Geschichte "meines" Landes? Bin ich stolz, Deutsche zu sein?

Ich bin Christin. Ich glaube an Gott. Doch bedeutet das, dass ich jeden Sonntag in die Kirche gehe und mit einer Bibel unter dem Kopfkissen schlafe? Bin ich evangelisch oder katholisch? Vielleicht nehme ich meinen Glauben sehr ernst, vielleicht ist es auch nur Tinte auf dem Papier. Möglicherweise trage ich eine Kette mit einem Kreuzanhänger um den Hals.

Also, was bin ich? Wie bin ich, wer bin ich? Was sagt wirklich etwas über mich? Im Endeffekt sind all das nur Vermutungen, die jemand anstellen könnte, wenn er liest, "wer" oder "was" ich bin. Es sind Vorurteile. Denn all diese "Eigenschaften" treffen auf tausende Menschen zu, nichts von ihnen sagt wirklich etwas über mich aus. Es sind unterschiedliche Schubladen, in die Menschen von anderen Menschen gesteckt werden.

Wir wissen kaum etwas über einen Menschen und schon glauben wir, ihn genau zu kennen, ihn einschätzen und vielleicht über ihn urteilen zu können. Jetzt weißt du, dass ich Schülerin bin, 17, Deutsche und Christin. Glaubst du, du kennst mich jetzt?

16.10.07 17:04


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